> Biomonitoring    

> Passives
   Biomonitoring

> Aktives
   Biomonitoring
Biomonitoring - Luftverunreinigung durch ihre Wirkungen überwachen und bewerten.

Mit empfindlichen Organismen, z.B. ausgewählten Pflanzen, können die Wirkungen von Luftschadstoffen direkt vor Ort erfasst und demonstriert werden. Das sogenannte Pfanzen-Biomonitoring ist damit eines der wichtigsten Instrumente in der wirkungsbezogenen Umweltüberwachung.
Während technische Messungen - mit hoher Genauigkeit und meist in kurzen Zeitabständen - stets nur einzelne Stoffkomponenten nachweisen, erfassen die wirkungsbezogenen Verfahren des Biomonitoring alle einwirkenden Umweltfaktoren integrierend und über längere Zeiträume von Wochen und Monaten hinweg:
Nicht nur eine einzelne Schadstoffkomponente, sondern die Kombination aller tatsächlich einwirkenden Luftverunreinigungen bestimmen die ermittelte Wirkung. In diese Wirkungsaussage gehen auch Standortfaktoren wie z. B. die Witterung ein. Dabei können die Verfahren des Biomonitoring quantitativ auswertbare, abgestufte Wirkungsaussagen liefern.

Schäden an den Blattspitzen von Gladiolen zeigen fluorhaltige Luftverunreini-
gungen an. Die Länge der abgestorbenen Blattspitzen (Nekrosen) entspricht der Höhe der Fluorbelastung
(VDI-Richtlinie 3957 Bl. 14)

Aussagekräftig sind Ergebnisse des Biomonitoring vor allem deshalb weil sie:
am entscheidenden Kriterium ansetzen: der Wirkung von Umweltbelastungen. Denn: Nicht die Einhaltung von Grenzwerten ist die oberste Zielsetzung im Umweltschutz, sondern die Vermeidung schädlicher Wirkungen.
zeitlich integrierend Schadstoffbelastungen registrieren. Während technische Messverfahren oft nur eine „Momentaufnahme“ der Konzentration einzelner Stoffe liefern (Messstationen mit ständiger Aufzeichnung sind teuer und folglich auf Einzelstandorte beschränkt), erfassen Organismen im Biomonitoring über meist mehrere Wochen hinweg die Belastungssituation - tagsüber ebenso wie nachts, an Werktagen wie am Wochenende.
kostengünstig sind und damit
eine hohe räumliche Auflösung erlauben.

eine Grundlage für die Abschätzung von Gefährdungen der Vegetation und - durch die Belastung über die Nahrungskette - der Gesundheit des Menschen bieten.
in der Erfolgskontrolle von Maßnahmen in der Luftreinhaltung erfolgreich und öffentlichkeitswirksam eingesetzt werden können.

Damit bieten sich Verfahren des Biomonitoring
als sinnvolle Ergänzung technischer Luftqualitätsmessungen an.

Verschiedene Verfahren im Biomonitoring von Luftverunreinigungen werden seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt. Sie sind großenteils in VDI-Richtlinien (Verein Deutscher Ingenieure) beschrieben und festgelegt. Damit ist die Standardisierung der Verfahren auf einem hohen Niveau ebenso wie die Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleistet.